eMail Grüne 2010

Im Juli 2010 wurden die beiden Grünen-Stadträte Herbert Diefenthaler und Bernhard Thrul von einer Volkratshofener Bürgerin per eMail gefragt, ob sie eine Versorgung der Stadtteile mit schnellem Internet für entbehrlich hielten, weil sie im Stadtrat gegen den Antrag der CSU zur Breitbandversorgung gestimmt hatten. Sie antworteten auf diese Anfrage mit der folgenden eMail:


Von: Bernhard Thrul
An: Frau S. (Name von der Redaktion geändert)
Betreff: Re: Breitbandversorgung in Memminger Stadtteilen
Datum: 30.07.10 19:09:48

Sehr geehrte Frau S.,

herzlichen Dank für Ihre eMail vom 12.7. zum Thema Breitbandversorgung in Memminger Stadtteilen.

Entschuldigen Sie bitte, dass wir Ihnen erst heute antworten. Die Verzögerung ist urlaubsbedingt.

Offenbar liegt ein Missverständnis vor.

Der Artikel der Memminger Zeitung berichtet im letzten Satz: "Letztlich stimmten aber nur Herbert Diefenthaler und Bernhard Thrul von den Grünen gegen die von der CSU geforderte Bedarfsanalyse."

Sie haben aus diesem Satz geschlossen, wir seien der Meinung, eine Bedarfsanalyse für schnelles Internet in den Stadtteilen sei verzichtbar. Dies ist nicht der Fall.
Wir bezweifeln nicht, dass eine Versorgung mit schnellen Internetzugängen heutzutage ein wesentlicher Standortfaktor und eine Voraussetzung für angemessene Teilhabe an der Informationsgesellschaft ist. Diese muss selbstverständlich auch in den Stadtteilen verfügbar sein.

Für uns spielt es jedoch eine entscheidende Rolle, mit welcher Technologie diese Versorgung erfolgt.

Nach den Förderrichtlinien des Freistaats Bayern sind für einen weiteren Ausbau folgende Stufen nötig:

Nach unserer Ansicht wird durch diese Förderrichtlinien eine Versorgung per Funk eindeutig bevorzugt - zumal, wie Sie dem Artikel der MZ entnehmen konnten, Eduard Oswald äußerte "Es wird nicht ohne Funk gehen."

Wir lehnen eine Versorgung per Funk aus mehreren Gründen ab.

Zum Einen stellt die in den letzten Jahren stetig steigende Befeldung des Lebensraums mit elektromagnetischen Hochfrequenzen eine ernste Gefährdung der menschlichen Gesundheit dar. In der industrieunabhängigen Forschung gab es in den vergangenen Jahren viele besorgniserregende Erkenntnisse hierzu. Eine Auswahl von Studien finden Sie auf http://www.mobilfunkstudien.de.
Zudem berichten seit mehreren Jahren immer mehr Anwohner von Mobilfunkbasisstationen von schwerwiegenden Gesundheitsschäden.
Eine Auswahl von Betroffenenberichten finden Sie auf http://www.funkfrei.net/berichte/.

Zum Anderen halten wir eine Versorgung per Funk für nicht wirklich zukunftsfähig. Sie ist nicht abhörsicher, nach unseren Informationen auch ganz erheblich witterungsabhängig (z.B. massive Verringerung der Übertragungsrate bis hin zum Verbindungsabbruch bei Regen oder Schneefall). Schließlich sinkt die für den Einzelnen verfügbare Bandbreite, sobald die Anzahl der Nutzer zunimmt, da sich alle Nutzer die theoretisch maximal verfügbare Bandbreite teilen müssen.

Vor Allem aber blockiert eine einmal installierte Funklösung mittelfristig die Teilhabe an weiteren Bandbreitenerhöhungen, welche nach unserer Überzeugung ab einem bestimmten Wert nur noch durch optische Systeme (Glasfaser) realisiert werden können.

Aus der Äußerung von Herrn Josef Miller in der Stadtratsdebatte, "was die Funklösung betreffe, sollte man den Bürgern nicht schon jetzt Angst machen", haben wir entnommen, dass die CSU-Stadtratsfraktion offenbar eine Funklösung präferiert. Da wir dies ablehnen, stimmten wir gegen den vorliegenden Antrag der CSU-Stadtratsfraktion.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen die Gründe für unser Abstimmungsverhalten verständlich machen. Für eine Weiterverbreitung dieser Information sind wir Ihnen selbstverständlich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Diefenthaler
Bernhard Thrul


Quelle: www.gruene-memmingen.de/archiv/stadtrat/2010/breitbandversorgung-stadtteile.htm